REZENSION Barbara E. Seidl-Reutz 30. Oktober 2026 Wien hat bekanntlich viele Unterwelten. Keller, Katakomben und Grüfte, alte Kanäle, zugeschüttete Gänge und vergessene Schächte. Eine ganze Stadt unter der Stadt, in der sich Geschichte und Geschichten ineinander verschlingen. Spätestens seit Orson Welles als Harry Lime in Der dritte Mann durch die Wiener Kanalisation flüchtete, gehört diese … Eine Welt unter Wien: Sarah Wipauers „Fehlende Gespenster“ weiterlesen
Schlagwort: Buchtipp
Heimat ist dort, wo man sich an alles erinnert. Markus Köhle: Das Dorf ist wie das Internet, es vergisst nichts.
REZENSION Barbara Seidl-Reutz 30. September 2027 Das Dorf und das Internet haben mehr gemeinsam, als einem lieb sein kann: Beide vergessen nichts, beide wissen alles und beide sind erstaunlich schnell dabei, aus Halbwissen Gewissheiten zu machen. Markus Köhle macht aus dieser hübsch-bösen Beobachtung einen Roman über Herkunft, Provinz und die Schwierigkeit, von zu Hause wegzukommen, … Heimat ist dort, wo man sich an alles erinnert. Markus Köhle: Das Dorf ist wie das Internet, es vergisst nichts. weiterlesen
32 Blicke auf Heimat: Wannst net fort muaßt, so bleib?
REZENSION Barbara E. Seidl-Reutz, 11. Juni 2026 Rezension Wannst net fort muaßt, so bleib?, herausgegeben von Christa Prameshuber, versammelt 32 Stimmen aus Oberösterreich, die sich auf sehr unterschiedliche Weise mit Heimat auseinandersetzen. Die Texte erzählen von Orten und Menschen, von Erinnerungen und Veränderungen, von dem, was bleibt, und dem, was verloren geht. Dabei entsteht kein einheitliches … 32 Blicke auf Heimat: Wannst net fort muaßt, so bleib? weiterlesen
Fragile Utopie: Lisa-Viktoria Niederbergers LAHEA
REZENSION Barbara E. Seidl-Reutz 28.Mai 2026 Ein Wal liegt am Strand der Insel Ebria, sein Körper voller Plastikreste aus einer untergegangenen Zeit. Die Bewohner*innen nehmen Stücke seines Körpers mit ruhiger Selbstverständlichkeit auseinander und verwerten ihn sorgfältig. Bereits in dieser Szene verdichtet sich bereits vieles von dem, was Lisa-Viktoria Niederbergers LAHEA prägt. Die Gesellschaft auf Ebria … Fragile Utopie: Lisa-Viktoria Niederbergers LAHEA weiterlesen
Die Unordnung der Erinnerung: Isabella Breiers Kosmo
REZENSION Barbara E. Seidl-Reutz 15.Mai 2025 Mit Kosmo hat Isabella Breier einen Roman geschrieben, der sich jeder eindeutigen Verortung entzieht. Science-Fiction, Groteske, philosophisches Gedankenexperiment, Reiseroman, Archivfantasie, all das steckt in diesem Buch, und doch trifft keine dieser Bezeichnungen ganz zu. Kosmo wirkt wie ein Text, der seine eigene Form erst während des Erzählens erfindet. Die Erzählerin Chave arbeitet in … Die Unordnung der Erinnerung: Isabella Breiers Kosmo weiterlesen
Welten im Gefäß: Marlen Schachinger-Pusiols Landschaften in Schalen
REZENSION Barbara E. Seidl-Reutz 28. April 2026 Marlen Schachinger-Pusiols Landschaften in Schalen ist kein Roman, der sich liest wie ein Strom, eher einer, der sich tastend erschließt, wie ein Garten, dessen Wege nicht angelegt, sondern gewachsen sind. Wer ihn betritt, muss bereit sein, Umwege zu gehen, stehen zu bleiben, erneut hinzusehen. Schon der Titel ist Programm: „Schalen“ … Welten im Gefäß: Marlen Schachinger-Pusiols Landschaften in Schalen weiterlesen
Im Weitergehen wachsen Flügel: Kaśka Brylas Mein Vater, der Gulag, die Krähe und ich
REZENSION Barbara Seidl-Reutz 07.11.2025 Kaśka Brylas Roman Mein Vater, der Gulag, die Krähe und ich ist eine vielstimmige Erkundung dessen, was bleibt, wenn Körper, Herkunft und Sprache fragil werden und sich in diesen Brüchen neu zusammensetzen. Die Erzählerin lebt nach einer Covid-Erkrankung auf einem Wagenplatz, in einer Zwischenwelt, halb geschützt, halb verloren. Sie ist nicht allein, doch … Im Weitergehen wachsen Flügel: Kaśka Brylas Mein Vater, der Gulag, die Krähe und ich weiterlesen
Wenn Geschichte zur Legende wird: Irene Diwiaks Die allerletzte Kaiserin
REZENSION Barbara E. Seidl-Reutz 06.Oktober 2025 Eine Kaiserin im Wirtshaus? Irene Diwiak schildert in ihrem neuen Roman Die allerletzte Kaiserin eine ebenso skurrile wie fesselnde Begegnung zwischen Alltagsrealität und Habsburger-Mythos. Was als unscheinbare Begebenheit in einem Gasthaus beginnt, entwickelt sich zu einer Geschichte voller Ironie, Spannung und Fragen über Wahrheit, Erinnerung und die Macht des Erzählens. … Wenn Geschichte zur Legende wird: Irene Diwiaks Die allerletzte Kaiserin weiterlesen