Wir sollten unsere eigenen Gender-Statistiken führen und diese öffentlich machen

Von Elena Messner

Statistiken, Statistiken, Statistiken

Als mich die Bitte um einen Kommentar zur Frage erreichte, inwiefern die Literaturkritik in Österreich misogyn sei, klickte ich auf die Homepage der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“, um mir ein aktuelles Bild von der Situation zu machen. Die Überblicksseite, auf der die online gestellten und mit dem Label „Literatur“ getaggten Buchbesprechungen zu finden waren, listete mir Artikel von drei Tagen auf (22. bis 24.2.2021), darunter Belletristik, Sach- und Fachbuch. 

Und schon bot sich mir eine geradezu typische Statistik hinsichtlich des Geschlechterverhältnisses dar: Die von (männlichen) Kritikern rezensierten (männlichen) Autoren überwogen die von (männlichen) Kritikern rezensierten (weiblichen) Autorinnen; Auch die von (weiblichen) Kritikerinnen rezensierten (männlichen) Autoren überwogen die von (weiblichen) Kritikerinnen rezensierten (weiblichen) Autorinnen; Zudem überwogen auch noch die (männlichen) Kritiker die (weiblichen) Kritikerinnen. 

Das Online-Stöbern zeigte mir wieder einmal die Leerstellen und diskriminatorischen Schieflagen im literarisch-kulturellen Feld auf, die gewiss nicht nur an diesem Tag, in diesem Medium, und in Österreich vorzufinden sind. Dagegen hilft nur eines: Bewusstseinsbildung. Das heißt unter Anderem: ständig eigene Gender-Statistiken führen. Das heißt auch: diese öffentlich machen. Und das heißt vor Allem: Debatte!

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