Wenn ich an Kinderbücher denke, fallen mir nicht viele ein. Bücher hatten keinen sehr großen Stellenwert, aber es gab sie. Erinnern kann ich mich an den kleinen Nick. Seine Welt begeisterte mich. Das Buch bestand aus kurzen Geschichten aus Nicks Leben. Es handelte sich um kleine alltägliche Abenteuer eines Jungen, der ungefähr so alt war wie ich. Das gefiel mir. Was mir noch gefiel, waren die Zeichnungen, die jede Geschichte begleiteten. Ich glaube, das Buch hieß: „Der kleine Nick und seine Bande“. Ein anderes Buch, an das ich mich erinnere, hieß „die Elf Freunde“ oder „Elf Freunde müsst ihr sein“. Es ging, wie es der Titel bereits erahnen lässt, um Jungs in einer Fußballmannschaft. Damals liebte ich Fußball und nach der Fußballweltmeisterschaft 1982 begann ich schließlich selbst in einem Verein zu spielen. Ansonsten war es mit Kinderbüchern eher rar. Also lieber Ball als Buch.
Wären da nicht die Besuche in der Pfarrbücherei gewesen. Ich mochte die Atmosphäre und liebte es, neben dem Regal auf dem Boden zu sitzen und durch die „Was ist Was“ Bücher zu blättern. Die Welt der Ritter, Piraten, der Römer und der Griechen, hatte es mir angetan. In dieser Bücherei gab es noch etwas: Einen nahezu unerschöpflichen Vorrat an Büchern der Reihe: „Die drei ???“. Die unglaublichen Fälle von Justus, Peter und Bob las ich mit großer Begeisterung.

René Goscinny, Jean-Jacques Sempé, Der kleine Nick und seine Bande.Achtzehn prima Geschichten vom kleinen Nick und seinen Freunden. 1974.
Die drei ??? waren auch Vorbild für die „three red arrows“, die ich damals mit zwei Freunden gründete. Leider waren wir weniger erfolgreich, wenn es darum ging, Kriminalfälle zu lösen. Der absolute Hit waren für mich aber die Micky Mouse Comics. Fast wöchentlich durfte ich mir eines in dem kleinen Lebensmittelgeschäft am Anfang unserer Straße kaufen. Wobei mein Herz weniger an Micky Mouse hing, ich fand die Maus eher fad, sondern viel mehr am Leben und Treiben von Donald Duck in Entenhausen. Über Jahre war dies meine regelmäßige Lektüre und gelegentlich, in ganz seltenen Fällen, tauche ich, mit einem Schmunzeln, heute noch in die Entenhausen-Welt ein.
Andreas Pavlic, 1974 in Innsbruck geboren, lebt in Wien. Studium der Politikwissenschaft und der Sozialen Arbeit. Forscht zu sozialen und alternativen Bewegungen. Mitglied im Papiertheaterkollektiv »Zunder« und der »Literatursendung« auf Radio Orange. Zuletzt erschienen der Roman »Die Erinnerten« (Edition Atelier, 2021) und (gem. mit A. Leder, M. Memoli): »Die Rätebewegung in Österreich. Von sozialer Notwehr zur konkreten Utopie« (Mandelbaum Verlag, 2019). 2026 erscheint sein zweiter Roman Selige Unruhe bei Edition Atelier.