Gefärbte Sprache: Im Gespräch mit Lisa Schantl

PODCAST 29. Juni 2021

Wie der Kreativität sind auch der Sprache beim Schreiben keine Grenzen gesetzt. Warum also immer nur in der Erstsprache schreiben? Ein Studienaufenthalt in den USA war für Lisa Schantl mit der Erfahrung verbunden, dass Texte von Autor:innen, die nicht in ihrer Erstsprache schreiben, oft voreingenommen gelesen werden. Dabei sind es nicht einmal unbedingt grammatikalische Fehler, sondern Feinheiten wie Themenwahl, Setting oder der etwas andere „Klang“, die ausschlaggebend dafür sind, dass die Texte anders beurteilt werden.

Doch es ist gerade diese individuelle Färbung der Sprache, die für Schantl den Reiz ausmachen. Und so wurde während eines Workshops über Verlagswesen an der University of Southern California ganz spontan die Idee zu Tint Journal geboren. „Tinted“ bedeutet in etwa „getönt“ oder „gefärbt“ – ein Name der hervorragend zum Magazin passt, in dem zweimal pro Jahr Texte von Autor:innen aus der ganzen Welt publiziert werden.

Einfach hinsetzen und schreiben! Es muss nicht gleich der erste Satz, das erste Wort, der große neue Roman sein!

Lisa Schantl

Allen, die ebenfalls einmal versuchen möchten, in einer anderen Sprache zu schreiben, empfiehlt Lisa Schantl, sich einfach hinzusetzen und draufloszuschreiben. Dabei merken viele erst, wie groß ihr kreatives Potential auch in der Fremdsprache ist.

Im Interview für Das Litrophon erzählt Lisa Schantl, wie das Projekt entstanden ist, was ein Magazin nur für Zweitsprachenautor:innen so besonders macht und wie Tint Journal bisher in Österreich aufgenommen wurde. Außerdem spricht sie über die beliebtesten Themen bei den Einreichungen und macht Mut, in einer anderen Sprache zu schreiben.

Übrigens: Das Litrophon gibt es auch als Abo, auf Spotify und Apple Podcast!


Lisa Schantl is the founder and editor-in-chief of Tint Journal and project assistant at the Institute for Art in Public Space Styria. She holds a Master’s degree in English and American Studies, as well as Bachelor degrees in that same field and Philosophy. In addition to her research in literature written in English, she is very interested in international relations and uses each opportunity to engage in intercultural exchanges, such as the LARB Publishing Workshop or the European Forum Alpbach. Her journalistic and critical work has appeared in Versopolis, Anzeiger, PARADOX, The Montclarion and more, her creative work in UniVerse, Artists & Climate Change, The Normal Review, PubLab and more, and her first literary translation has just been published in Asymptote’s 2021 anniversary issue.

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